| März
2005, 02:31h, auf der Kinderintensivstation in Reutlingen klingelt das
rote Telefon: in Münsingen ist gerade ein Kind geboren worden.
Ihm geht es schlecht, es erholt sich nicht von der Geburt. Sofort
wird auf der Rettungsleitstelle ein Rettungswagen für den
Transport angefordert. Während sich der diensthabende Kinderarzt
und die Intensivschwester mit dem umgehend gerichteten Transportinkubator
in die Fahrzeughalle begeben, wird auf der DRK-Rettungswache ein
Fahrzeug alarmiert. Das Rettungsdienst-Team fährt mit dem Baby-Notarztwagen
vor - der Inkubator wird zugeladen, Schwester und Arzt steigen ein.
Selbst um diese Uhrzeit wird das Blaulicht eingeschaltet, denn es ist
höchste Eile geboten. Die Ohren dröhnen und der Puls steigt
– was wird sie erwarten?
Geschäftig werden letzte Vorbereitungen getroffen, der Inkubator
ist bereits vorgewärmt. Die Besatzung des Rettungswagens gibt über
Funk das baldige Eintreffen in Münsingen bekannt, wo das Team schon
sehnlichst erwartet wird.
Nach einem kurzen Check-up der Lage und Untersuchung des Neuankömmlings
entscheidet sich der Neugeborenen-Notarzt aufgrund des kritischen Zustandes
zur künstlichen Beatmung und intravenösen Gabe von lebensrettenden
Medikamenten. Jetzt werden alle Hände benötigt: mit fliegenden
Händen werden
von den Rettungsassistenten Medikamente aufgezogen und verdünnt,
der winzig kleine Beatmungsschlauch angefeuchtet und geprüft,
die Intensivschwester assistiert dem Kinderarzt bei der Narkoseeinleitung.
Nach einer Weile ist das Kind stabil. Ein letztes Mal werden Puls
und Atmung überprüft. Behutsam wird der Patient in den
warmen Inkubator gebettet. Die Überwachungskabel werden auf
dem kleinen Körper
aufgeklebt, die großen Spritzen in die Spritzenpumpen gespannt –
Position 2,3: das automatische Beatmungsgerät ist auch schon eingestellt.
Nun bewegt sich der Tross Richtung Ausgang. Dem Fahrer steht eine hochkonzentrierte
und anstrengende Fahrt bevor: im Schneckentempo geht es mit Sonderrechten
zurück Richtung Reutlingen. Während der
Rettungssanitäter den Gesundheitszustand und die Patientendaten
zur Voranmeldung auf der Intensivstation an die Rettungsleitstelle über
Funk weitergibt, dokumentiert die Schwester die durchgeführten Maßnahmen.
Die Geräteeinstellungen
werden vom Notarzt ständig
angepasst.
In der Fahrzeughalle der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am
Steinenberg werden sie bereits empfangen. Das Team der Intensivstation
wird nun die langwierige und schwierige Therapie fortführen. Es ist
04:10 Uhr…
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