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Die Geschichte des Reutlinger Rettungsdienstes (1) |
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Die Entstehung
und Gründung
Die
Gründung eines Rettungsdienstes oder organisierten Krankentransportes
ist in Reutlingen, im Gegensatz zu vielen anderen Städten, scheinbar
nicht auf die Katastrophe des Wiener Ringtheaters im Jahre 1881 zurück
zuführen, sondern viel mehr auf die Erfahrungen des Reutlinger Kaufmanns
David Bantlin. Dieser hatte im deutsch-französischen Krieg 1870/71
Verwundete im Auftrag des Württembergischen Sanitätsvereins von
den Kriegsschauplätzen geholt. Unter diesem Eindruck wurde am 28. Januar 1887 im „Gasthaus zum Fäßla“ von David Bantlin, Carl Kunz und Ernst Ammer die Sanitätskolonne Reutlingen gegründet. Bereits bei der Gründungsveranstaltung waren staatliche und städtische Behördenvertreter anwesend, weshalb die finanzielle Unterstützung der Stadt mit 250 Mark nicht verwunderlich war. Einheitliche Uniformen wurden jedoch nach eigenem Beschluss von den Mitgliedern bezahlt. Bereits ein Jahr später wurde die inzwischen 29-köpfige Reutlinger Sanitätskolonne von Prinz Weimar überprüft und dem Württembergischen Sanitätskorps angegliedert. Die Chronik beschreibt in den ersten Jahren nur Übungen, Sitzungen und Ehrungen, wenngleich bereits 1889 die Unfall- und Haftpflichtversicherung der Mitglieder diskutiert wurde. Durch die Verordnung von Kaiser Wilhelm II. wurden 1902 die doppelreihigen Uniformröcke durch „moderne“ graue Röcke und Hosen ersetzt, die scheinbar nicht weniger stolz getragen wurden. 25.08.1905
steht auf der Rechung der Wagen- und Geschirr-Fabrik Reutter in Stuttgart,
welche an die „Freiwillige Sanitätskolonne No.
7 – Reutlingen“ adressiert war. Damit erhielt die Reutlinger
Sanitätskolonne 1906 ihren ersten „Krankenwagen Modell No. 2
mit Sanitätskasten“, für 280 Mark. Dieses Gefährt, welches
dem DRK Ortsverein Reutlingen gehört, wird heute im DRK-Schulungsraum
ausgestellt. Die nebenstehende „Nachweisung über die Hilfeleistungen“ vom 25. Mai 1915, unterschrieben vom Kolonnen-Führer Carl Kunz, bietet einige interessante Details: Demnach umfasste der Fuhrpark der Sanitätskolonne Reutlingen einen mit Pferden bespannten Krankenwagen, eine fahrbare Trage, sowie sonstiges Transportgerät. Diesem Dokument nach wurde ein Rettungsdienst auch nur mit „Pferd und Karren“ in der Stadt durchgeführt, ländliche Gemeinden wurden nicht benannt. Trotzdem sind auf dem Formblatt Vereinbarungen bezüglich „der Durchführung des Rettungsdienstes durch die Sanitätskolonne“ mit der Stadt und der Eisenbahn vermerkt. Weiter wurden 817 Hilfeleistungen im Jahr 1914 registriert. 1923 wurde aus den „Württembergischen freiwilligen Sanitätskorps“ der „Landesverband der Württembergischen freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz“. |
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