Wozu ist ein Baby-Notarztwagen notwendig?  
   
 

Neugeborenen-Notarztdienste sind erforderlich, um bei Notfällen Neugeborenen in Geburtskliniken und zu Hause Hilfe leisten zu können und sie zur Weiterbehandlung in eine intensivmedizinisch ausgerüstete, zur Versorgung von Frühgeborenen geeignete Kinderklinik (Neonatologie) zu bringen.
Als anerkanntes Zentrum zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen (Perinatalzentrum) mit neonatologischer Intensivstation wird der Neugeborenen-Notarztdienst der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums am Steinenberg in Reutlingen im Jahr ca. 100-150 Mal zu Notfällen bei Früh- und Neugeborenen von den jeweiligen Geburtskliniken gerufen. Der Neugeborenen-Notarzt mit Kinderintensivschwester rückt dann mit dem am Klinikum stationierten Transportinkubator, der bisher noch in einen herkömmlichen Rettungswagen geschoben wird, zur anfordernden Geburtsklinik aus. Das Einzugsgebiet des Neugeborenen-Notarztdienstes der Kinderklinik umfasst neben den Geburtskliniken des Landkreises (Bad Urach und Münsingen) auch die Geburtskliniken der weiteren Umgebung (z.B. Albstadt)

Um den Früh- und Neugeborenen nicht nur möglichst schnell eine optimale medizinische Versorgung anbieten zu können, sind für deren Transport besondere Transportsysteme notwendig. Herkömmliche Transportsysteme (Rettungswagen), die für den Transport von Erwachsenen ausgerichtet sind, eignen sich hierzu nicht. Dies liegt u.a. daran, dass die Säuglinge nur ein Gewicht von 1.000g - 3.500g haben und die Federungssysteme der Rettungswagen auf Erwachsene mit 100 kg ausgelegt sind. Um v.a. gefährliche Kopfbeschleunigungen und Vibrationen während des Transportes zu vermeiden stellen derzeit luftgefederte Fahrzeuge mit speziellem Ausbau die beste Lösung dar. Bei solchen Babynotarztwagen wird ein Inkubator (Beatmungs- und Brutkasten) quer zur Fahrtrichtung in der Mitte des Fahrzeuges eingebaut. Dadurch sind die Schwingungen durch Bodenunebenheiten sehr gering. Desweiteren können der versorgende Kindernotarzt und die Schwester das Kind während der Fahrt optimal überwachen und behandeln.

Durch die geringe Anzahl der Fahrten/Jahr, finanzieren die Krankenkassen die Anschaffung eines speziell eingerichteten Babynotarztwagens nicht. Als Perinatalzentrum ist die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums am Steinenberg jedoch darauf bedacht, auch für die ca. 100 Kinder / Jahr, die aufgrund unvorhersehbarer Umstände transportiert werden müssen, die gesundheitlichen Belastungen, die durch einen Transport entstehen, so gering wie möglich zu halten.

Fazit: Ein speziell für den Transport von Säuglingen (um)gebautes Fahrzeug garantiert einen optimalen Transport und gibt diesen kleinen Menschen optimale Startvoraussetzungen in ein gerade begonnenes Leben.