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Kreisverband Reutlingen e. V.

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05.03.2026

Zwei Menschen – eine Leidenschaft

Almuth und Frieder Schaefer sind seit drei Jahrzehnten ehrenamtlich in der Rettungshundestaffel aktiv.
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Das Bild zeigt Almuth und Frieder Schaefer mit Hund auf einem Boot
Almuth und Frieder Schaefer mit ihrem Hund, DRK-Rettungshundestaffel Reutlingen.

In regelmäßigen Abständen stellen wir ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vor, die stellvertretend für das vielfältige Engagement beim DRK im Kreis Reutlingen stehen.

Seit rund 30 Jahren engagieren sich Almuth und Frieder Schaefer ehrenamtlich im DRK – mit Fachwissen, Herzblut und großem persönlichen Einsatz.

Die DRK-Rettungshundestaffel (RHS) wird zur Suche nach vermissten Menschen angefordert, insbesondere dann, wenn davon auszugehen ist, dass sich die gesuchte Person hilflos in einem Waldgebiet, unwegsamen Gelände oder in Trümmern befindet. Die Hunde werden gezielt für den Realeinsatz zur Menschensuche ausgebildet. Dabei geht es nicht um Sport oder Wettkampf, sondern ausschließlich um professionelle Hilfe im Ernstfall.

Almuth Schaefer, hauptberuflich Informatikerin, war ursprünglich im Agility-Sport aktiv und suchte Anfang der 1990er-Jahre eine neue Herausforderung. 1991 kam sie zum DRK Nürtingen – zunächst ohne eigenen Hund. Sie begann, mit dem Hund einer älteren Dame zu trainieren, der nicht ausgelastet war. Aus diesem Anfang entwickelte sich ein gutes Mensch-Hund-Team.

Seit 1992 engagiert sie sich als Ausbilderin in der Rettungshundestaffel. Schon früh erlebte sie, was Rettungshundearbeit wirklich bedeutet: Nach dem schweren Erdbeben in Kairo 1992 und beim Hochhauseinsturz 1996 war sie im Einsatz.

Für sie steht fest: „Es geht um Rotkreuzarbeit. Der Hund ist dabei nicht nur Selbstzweck, sondern Partner und wichtiges Einsatzmittel. Entscheidend sind eine enge Bindung, Vertrauen – und vor allem der Wunsch, Menschen helfen zu wollen.“

Almuth Schaefer bringt jahrzehntelange Erfahrung mit: Bereits seit 1996 wirkt sie als Prüferin und engagiert sich sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene. Als Landesbeauftragte für das Rettungshundewesen im DRK Baden-Württemberg prägte sie die fachliche Arbeit maßgeblich. Heute ist sie bundesweit als Prüferin tätig und eng vernetzt.

Der hauptamtliche Notfallsanitäter Frieder Schaefer kam eher zufällig im Jahr 1994 zur Rettungshundearbeit. Der damalige Leiter der Rettungswache Reutlingen machte ihn auf einen Sucheinsatz im Wasenwald aufmerksam und sagte zu ihm: „Du hast ja auch einen Hund – schau es dir doch mal an.“

Da die DRK-Rettungshundestaffel im Kreis Reutlingen noch im Aufbau war, engagierte er sich zunächst beim DRK in Nürtingen. Er begann, mit dem Hund seiner Eltern ehrenamtlich in der RHS zu arbeiten.
Der Einsatz nach dem Hochhauseinsturz in Kairo 1996 prägte auch ihn nachhaltig. Vor Ort unterstützte er die medizinische Versorgung und Absicherung der Einsatzkräfte.

Im selben Jahr wechselten Almuth und Frieder Schaefer nach Reutlingen, wo sie maßgeblich an der Entwicklung der Reutlinger DRK-Rettungshundestaffel beteiligt waren.  2010 qualifizierte er sich zum Prüfer und unterstützte die Staffelleitung. 2015 übernahm er schließlich die Leitung als Bereitschaftsleiter und Staffelführer. Seit über drei Jahrzehnten engagiert er sich aus Überzeugung im DRK, neben seinem Hauptberuf.

 

Teamarbeit rettet Leben

In Baden-Württemberg dürfen ausschließlich BOS-Einheiten (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) in den Realeinsatz gehen. Teams aus dem Rettungshundesport nehmen nicht an polizeilichen Sucheinsätzen teil.

Die Vermisstensuche ist immer Teamarbeit:

  • zwischen Menschen und Hund
  • zwischen mehreren Hundeteams
  • zwischen Suchtrupps, Führung und anderen BOS Organisationen


Wenn für einen Einsatz alarmiert wird, ist es entscheidend, mit möglichst vielen qualifizierten Mensch-Hund-Teams vor Ort zu sein. Nur durch gemeinsames, koordiniertes Arbeiten steigt die Chance, eine vermisste Person rechtzeitig zu finden.


Mitmachen – auch ohne eigenen Hund

Die Mitarbeit in der Rettungshundestaffel ist auch ohne eigenen Hund möglich - und wichtig. Pro Hundeteam wird mindestens ein Helfer benötigt. Hundeteams suchen niemals allein – aus Gründen des Eigenschutzes und der Effizienz. Je mehr Helfer unterstützen, desto besser. Die Helfer profitieren von der Erfahrung der Hundeführer und wachsen Schritt für Schritt in ihre Aufgaben hinein.

Bei der Rettungshundestaffel Reutlingen befinden sich aktuell 33 Personen im Training. Einsatzfähige Hunde sind derzeit:

  • 3 Mantrailer
  • 8 Flächensuchhunde


10 Hunde befinden sich in Ausbildung. Auch nach bestandener Prüfung wird kontinuierlich weitertrainiert. Alle zwei Jahre müssen geprüfte Rettungshunde-Teams ihre Einsatzfähigkeit in einer Suchprüfung erneut nachweisen.

 

Lust bekommen?

Ein entscheidender Faktor ist die Zeit: Das Training findet regelmäßig und im Team statt, denn nur gemeinsam kann man im Ernstfall erfolgreich sein. Die Ausbildung dauert in der Regel zwei bis drei Jahre, mit oder ohne Hund.

Das sollten Sie mitbringen:

  • Freude an Bewegung in der Natur – bei jedem Wetter
  • Körperliche Fitness
  • Psychische Stabilität
  • Zeit für regelmäßiges Training im Team
  • Bereitschaft zu Einsätzen bei Tag und Nacht
  • Unterstützung durch den Arbeitgeber im Alarmfall

 

Wenn Sie sich vorstellen können, Teil eines starken Teams zu werden und Ihre Zeit sinnvoll einzusetzen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Link zur Website der RHS

 

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