
Kreisverband Reutlingen e. V.
Obere Wässere 172764 Reutlingen
Tel. 07121 / 92 87 0
Fax 07121 / 92 87 52
Notruf: Tel. 112 | Krankentransport: Tel. 19222
Helfer vor Ort
Beitrag teilen
Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Deshalb sind bei medizinischen Notfällen die „Helfer vor Ort“ schnellstmöglich zur Stelle. Dank einer guten Ausbildung leisten Ehrenamtliche bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kompetent Hilfe. Diese persönliche Art der „Nachbarschaftshilfe“ hat sich bestens bewährt. und ist inzwischen ein fester Bestandteil in der umfassenden DRK-Hilfeleistungsstruktur.
Für DRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Födisch steht fest: „Die Wichtigkeit des Helfer-vor-Ort-Systems, insbesondere in ländlichen Gebieten, ist unbestritten. Dies trifft sowohl für lebensbedrohliche als auch schwere gesundheitliche Unfälle sowie die Betreuung am Unfallort zu. Aus diesem Grund bereiten uns die vom Innenministerium erlassenen Einsatzstichwörter Sorgen.“
Warum geht es?
Das Innenministerium Baden-Württemberg hat angewiesen, die Alarmierung der Helfer vor Ort deutlich einzuschränken.
Das bedeutet konkret, dass keine schnelle Hilfe mehr bei folgenden Ereignissen geleistet wird bei:
- Verkehrsunfällen
- Intoxikationen
- Betriebsunfälle
- Stich- und Schnittverletzungen
- Geburten und gynäkologischen Notfällen
- Kollaps und Synkopen
- ...
Diese Einsätze gehören zum Alltag und sind häufig zeitkritisch.
Die Helfer vor Ort sind in der Regel mehrere Minuten früher am Einsatzort als der Rettungsdienst. Diese Zeit wird genutzt, um erste Maßnahmen einzuleiten und die Situation zu stabilisieren.
Ohne Helfer vor Ort werden:
- Blutungen später gestoppt
- Atemwege später gesichert
- Reanimationen beginnen spät
- Reanimationen beginnen später
Besonders schwer nachvollziehbar ist:
In vielen dieser Fälle wird weiterhin ein Rettungswagen mit Sondersignal alarmiert, jedoch wird gleichzeitig kein Helfer vor Ort mehr alarmiert. Das bedeutet, dass ein zeitkritischer Notfall zwar erkannt wird, die nächstverfügbare Hilfe vor Ort jedoch nicht genutzt wird.
Das zentrale Problem:
Die Alarmierung werden künftig stärker gefiltert. Gleichzeitig gibt es keine flächendeckend standardisierte Notrufabfrage.
Das führt schon heute dazu, dass:
- gleiche Notfälle unterschiedlich eingestuft werden
- Prioritäten nicht einheitlich vergeben werden
- Entscheidungen situationsabhängig sind
Zusätzlich entscheidend ist: Selbst mit einer standardisierten Notrufabfrage würden viele dieser Einsätze weiterhin nicht alarmiert werden. Der Grund ist einfach: Diese Einsatzlagen sind im neuen Katalog nicht mehr vorgesehen.
Es geht also nicht nur um eine bessere Struktur, sondern auch um eine bewusste Einschränkung der Alarmierung.
Unsere Einschätzung
Durch die geplante Änderung wird die Rolle der Helfer vor Ort deutlich reduziert. Damit wird sich auch die Erstversorgung in vielen Situationen verändern. Die Helfer vor Ort sind ein fester Bestandteil der Versorgung und leisten einen wichtigen Beitrag, besonders im ländlichen Raum.
Wir bedanken uns herzlich beim DRK-Ortsverein Ammerbuch für die Bereitstellung der umfassenden Erklärung.

Suchen Sie eine neue berufliche Herausforderung?
Hier finden Sie