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Kreisverband Reutlingen e. V.

Obere Wässere 1
72764 Reutlingen
Tel. 07121 / 92 87 0
Fax 07121 / 92 87 52

Notruf: Tel. 112 | Krankentransport: Tel. 19222



DRK-Fachstelle Demenz zur Situation von
an Demenz Erkrankten in Corona-Zeiten

Ansprechpartner

Frau 
Silvia Phleps

Telefon:
07121 / 34 53 97 31
Telefax:
07121 / 34 53 97 20
E-Mail an Frau Phleps

Die Corona-Pandemie ist für alle mit großen Veränderungen im Alltag
verbunden. Veränderungen können verunsichern, bieten aber auch neue
Möglichkeiten. Menschen, die an Demenz erkrankt sind, können mit
Veränderungen allerdings schwerer umgehen. Was tun, wenn es zu Konflikten
kommt?

Für die Zeit der aktuellen Beschränkungen möchte die DRK-Fachstelle Demenz, gestützt auf Empfehlungen der Alzheimergesellschaft Baden-Württemberg (www.alzheimer-bw.de), mit folgenden Anregungen Unterstützung bieten. Es geht um die Frage, wie mit demenziell erkrankten Menschen in belastenden Situationen zu Hause umgegangen werden kann.


Wut und Aggression verstehen

Menschen mit Demenz sind mehr als andere auf Ruhe und Gleichmaß in ihrem Alltag angewiesen. Die Vertrautheit mit den täglichen Abläufen gibt ihnen Sicherheit. Die aktuellen tiefgreifenden Veränderungen belasten sie deshalb umso mehr, je länger sie andauern. Feste Termine und regelmäßige Besuche fehlen, damit fallen Rituale und Gewohnheiten weg, der Bewegungsspielraum ist erheblich eingeschränkt und Anordnungen wie Abstandsregel, Hygienevorschriften, Besuchsverbot erscheinen unverständlich.
Menschen mit Demenz spüren die Anspannungen um sie herum, verstehen aber die Gründe für die Veränderungen nicht. In der Folge wachsen innere Spannung, Unbehagen und Unsicherheit. Diese äußern sich unter Umständen in aufbrausendem Verhalten, in Ärger und Anschuldigungen oder sogar in Tätlichkeiten.


Anspannungen und Konflikten vorbeugen

Es ist einfacher, Konflikte zu vermeiden, als sie beizulegen. Dazu kann die
Gestaltung des Alltags von Demenzkranken ebenso beitragen wie das eigene Verhalten. Gerade jetzt ist es wichtig, dass die Angehörigen möglichst klare und ruhige Abläufe und Rituale schaffen, für ausreichend Bewegung und Beschäftigung sorgen und dabei die vorhandenen Fähigkeiten berücksichtigen, um Frustration und Ärger zu vermeiden. Situationen, die regelmäßig für Ärger sorgen, sollten möglichst vermieden werden. Gefühle spiegeln und Verständnis zeigen („Ich kann verstehen, dass dich das ärgert. Im Moment müssen sich aber alle gründlich die Hände waschen.") ist ebenso wichtig wie der Versuch, die aktuellen Sorgen und Entwicklungen nicht unnötig mit den Demenzkranken zu teilen, sondern mit anderen Vertrauenspersonen. Dabei ist es für die Betreuenden besonders wichtig zu erkennen, wann die eigene Belastungsgrenze erreicht ist und man deshalb selbst nicht mehr ruhig agieren und reagieren kann.


DRK-Fachstelle Demenz

Gerade in der Weihnachtszeit, wenn sich die Corona-bedingte Einsamkeit vielleicht besonders bemerkbar macht, hat das Deutsche Rote Kreuz mit seiner DRK-Fachstelle Demenz ein „offenes Ohr" für die betroffenen pflegenden Angehörigen. Die DRK-Fachstelle Demenz bietet Beratung, hilft bei der Vermittlung an weiterführende Stellen für entlastende Angebote und bietet Unterstützung, wenn individuell der Umgang mit einer Situation schwierig erscheint.


In all diesen Fällen können sich Ratsuchende gerne an die DRK-Fachstelle Demenz wenden. Bis die üblichen Unterstützungsangebote bei Demenz wie Angehörigentreffs, Kunst und Selbsthilfegruppe, Wandern, Schulungsangebote, Informationsveranstaltungen usw. wieder wie gewohnt stattfinden können, ist der Telefonkontakt bis dahin eine
gute Möglichkeit zur Entlastung. Auch viele Demenz-Unterstützungsangebote bieten trotz der Corona-Pandemie ihre Dienste weiter an.